• Was ist los, sunsausage?

     
    Viel dringt ja nicht gerade an die Oberfläche, was so passiert im Projekt. Aufmerksame LeserInnen haben vielleicht mitbekommen, dass project sunsausage seit einiger Zeit einen eigenen Arbeitsraum hat, das SPIEGELKABINETT. Aber wird da auch gearbeitet?, und wenn ja, woran? Jaja, ein-, zweimal gabs ja schon Grillereien in der Saison, und sogar ein schönes Fotoalbum ist entstanden. Und toll, schon 30 Vorreservierungen – aber wann ist der Solargrill denn jetzt endlich fertig?!

    Der SolarFlair in seinem Element. Leider müssen wir auch manchmal arbeiten... ;)

    Gut, dann lasst uns ein bisschen was erzählen aus unserer Arbeit:

    Da war ja zum Beispiel dieses dumme Problem mit der Spiegelfolie. An und für sich eine gute Idee, der aufblasbare Parabolspiegel. Nur ein bisschen Folie, – Luft rein und schon hat man einen großen Parabolspiegel. Nach dem Grillen raus mit der Luft und klein zusammenfalten. Gut und schön – allerdings, nach ein paarmal Auf- und Abbauen sind so viele Knickfalten in der Folie, dass der Spiegel deutlich an Leistung verliert. Mit lauwarmen Würsteln macht das Grillen dann bald nicht mehr so viel Spaß.
    Wie viel Zeit haben wir mit Internetrecherchen verbracht, am Telefon oder im Auto, um eine knitterfreie Folie zu finden? Zahlreiche Materialproben haben wir in den Händen gehalten. Und immer wieder das ernüchternde Ergebnis: Die Folie, die wir suchen, gibt es nicht!
    Sehr enttäuschend, denn ein Spiegel, der nach drei- oder viermaligem Benutzen in der Mülltonne landet, kam für uns nicht in Frage. Da lieber gar kein Solargrill. Doch jetzt haben wirs geschafft! Leider können wir aus schutzrechtlichen Gründen noch nicht sagen, wie es im Detail funktioniert, aber wir haben ein Konzept entwickelt und in der Praxis erprobt, mit dem auch Spiegel aus „normaler“ Folie durchs Falten nicht an Qualität verlieren. Das ist für uns ein echter Meilenstein auf dem Weg zum Serienprodukt!

    Alter und neuer, knickunempfindlicher Parabolspiegel - erste und dritte Generation

    Aktuell sind wir auf der Suche nach Produktionspartnern für den aufblasbaren Spiegel. Für zweckdienliche Hinweise, z.B. zu folienverarbeitenden Firmen in Österreich oder der näheren Umgebung, wären wir sehr dankbar! Das selbe gilt für Hersteller von Zeltstangen, denn als nächstes wird das ganze Gestell des Solargrills gründlich überarbeitet. Und wir wären nicht project sunsausage, hätten wir nicht schon eine Idee in Arbeit, wie man das Gestell blitzschnell in Form bringen oder verpacken könnte…

    Aber jetzt einmal zum Wirtschaftlichen – zugegebenermaßen ja nicht gerade unser Spezialgebiet. Aber ohne geht’s halt leider auch nicht. Daher sind wir sehr froh, hier großartige Unterstützung von einem Studententeam der WU Wien erhalten zu haben, aus der ein excellenter Businessplan entstanden ist. Noch stimmt die Überschrift „Wir sind keine Firma!“, aber wer weiß, wie lange noch? Investoren dieser Welt, vereinigt euch! Möglicherweise werden wir bald ein Crowdfunding starten, um die nächsten Schritte zu finanzieren.
    Und jetzt endlich die Antwort auf die ungeduldige Frage vom Anfang: Wann ist er denn endlich fertig, der Grill? Unser Ziel ist es, die ersten Solargrills im Frühling 2014 auszuliefern. Es ist noch ein weiter Weg bis dahin, und unsere Zweitbeschäftigungen in Job oder Studium machen ihn nicht gerade kürzer. Aber wir liegen recht gut in der Zeit. Also, wie der Österreicher so schön sagt: Bis zum Frühling 2014 wird sich das schon ausgehen!, oder für unsere deutschen Freunde: Das schaffen wir schon! Eh kloa!

    Der Himmel über dem AKW Zwentendorf beim GLOBAL2000 TOMORROW Festival

    Was gibt’s sonst noch zu erwähnen? Dass das TOMORROW-Festival leider ziemlich verregnet war, muss man jetzt wohl nicht an die große Glocke hängen. Dass wir eigens dafür einen Stehtisch gebaut haben, möchte ich aber schon noch sagen. Aufblasbar – versteht sich. Und da wir unsere Erfahrungen vom Wasserrad-Projekt gewinnbringend in die Konstruktion einfließen lassen konnten, ist die Tischfläche voll belastbar und vom luftigen Kern nichts Nachteiliges bemerkbar. Außerdem haben wir die Vorteile eines aufblasbaren Körpers genutzt und eine Innenbeleuchtung installiert, die für eine kleine Goa-Party reichen würde.

    Aufblasbarer Stehtisch mit Power-LED-Beleuchtung

    Übrigens, quasi als Nebenprodukt, ist in einer langen Arbeitsnacht der wohl kleinste Solargrill der Welt entstanden. Der „sunsausage nano“ ist ausgelegt, um genau ein Würstchen zu grillen. Sehr süß, aber wer braucht das schon? Wir wollen hier ja kein Spielzeug produzieren, sondern echte Grills für echten Hunger!

    Der "sunsausage nano", vielleicht der kleinste Solargrill der Welt

    Damit wären wir langsam am Ende dieses kleinen Statusberichts angekommen. Haben wir noch was vergessen? Wahrscheinlich einiges. Aber ich würde sagen, wer es geschafft hat, bis hierher zu lesen und immer noch Fragen hat, der soll bitte keine Sekunde zögern sie zu stellen. Ansonsten: stay tuned! ;)

    VIVAT!